Herkas
Herkas ist der zweite Monat des Jahres.
Beschreibung
Der Herkas oder Kältesturm trägt seinen Namen wegen des stets windigen, sonst jedoch sehr unsteten Wetters. Im Ganzen ist er nicht mehr so eisig wie sein Vormonat, doch jederzeit kann erneut klirrende Kälte hereinbrechen, die das Leben für einige Tage erstarren lässt. Vor allem die Bewohner von Bergdörfern nahe der Baumgrenze leiden darunter, weshalb fast ausschließlich Zwerge und raubeinige Menschen dort ausharren, während das zarter besaitete Volk die kalte Jahreszeit an lebensfreundlicheren Orten verbringt.
Beide Gedenktage im Herkas befassen sich mit dem Sturm. Sylaphars Erhebung kündigt seine ersten Vorboten an, an diesem Tag rüttelt der freie Windgeist an den Dachsparren und schüttelt die Fensterläden. Was itzo nicht niet- und nagelfest ist, das wird die kommenden Tage nicht überdauern. Ausgerechnet an diesem Tag wird auch die traditionelle Lichtweihe begangen, die kein Festtag im eigentlichen Sinne ist, aber das Ende des Dienstbotenjahrs markiert. Auf dem Land erhalten Knechte und Mägde ihren Lohn in Form von Speise, Trank und Kleinvieh; in den Städten werden Dienstboten und Gesellen bezahlt. Symbolisch verleiht die Herrschaft jenen, die bleiben sollen, Hut und Gürtel; wessen Anstellung hingegen nicht verlängert wird, der bekommt ein paar Schuhe. Letztere haben drei Tage Zeit, zu einem neuen Dienstherren weiterzuziehen.
Der namengebende Kältesturm nimmt während dieser Zeit stetig zu, bis er zu Visqes Chaosspirale seinen Höhepunkt erreicht. Nun ziehen Windhosen wie riesige, zitternde Säulen über die Ebenen, reißen Hecken und Steinmauern um, entwurzeln Bäume und schleudern alles, was sie erfassen, klafterweit durch die Luft. Einen vollen Tag lang tobt und wütet die Berserkerin. Dankenswerterweise erfasst sie nur selten größere Städte, doch wird in Chroniken berichtet, dass sie in alten Tagen Stadtmauern und Torhäuser aufgebrochen habe, die zuvor vielen Belagerungen standgehalten hatten.
Weitab vom Herzland, wo die riesigen Hirsche noch nicht den Treibjagden des Adels zum Opfer gefallen sind, hört der Herkas auf den Namen Hornung. Dieser rührt daher, dass die ältesten Hirsche gegen Ende des Herkas ihr Geweih abwerfen. Während die Jagd auf dieses edle Hochwild überall den Grafen und Baronen vorbehalten ist, wird der Diebstahl eines Geweihs als Akt unblutiger Wilderei stillschweigend geduldet. Allerei Werkzeug und einfache Waffen entstehen aus dem Kopfputz von Elch und Hirsch, auch manches Schmuckstück ist darunter.
Holt die Schlachtenmutter gegen Ende des Herkas ihr sturmbringendes Banner wieder ein, dann tritt der Einfluss ihrer lichten Gegenspielerin zutage: Wo im Taumond die Schneedecke weicht, treibt Levonar die ersten vorwitzigen Schneeglöckchen und Krokusse aus der feuchten Erde. Die Farbe des ersten Krokus, den man zu Gesicht bekommt, soll einen Ausblick auf das kommende Jahr erlauben: Gelbe Blüten stehen für Reichtum, violette für die Gunst der Götter, weiße für ein friedliches Jahr. Nur wenn das Violett in Rot übergeht ist Vorsicht geboten, jene seltene Spielart der Natur kündigt Todesgefahr an.
Feiertage
- Sylaphars Erhebung am 03. Herkas
- Visqes Chaosspirale am 19. Herkas