Mirsoval
Mirsoval ist der sechste Monat des Jahres.
Beschreibung
In den dreißig Tagen des Mirsovals wächst die Ernte, milder Sommerregen wechselt sich ab mit der warmen Sonne und das Land zeigt sich von seiner schönsten Seite. Auch die Wälder stehen nun in üppigem Grün, worauf der gemeinsprachliche Name Waldgrün hindeutet. Nun, da die Saat ausgebracht ist, werden die Tage für die Landbevölkerung wieder erholsamer. Die Hirten ziehen mit ihren Herden übers Land und die Ackerbauern pflügen den brachliegenden Teil ihrer Felder, weshalb der Mirsoval altsprachlich auf den Namen Brachet hört.
Nachdem in den Städten die großen Märkte des Oiletwei vorüber sind, geht das Leben auch dort gemächlich seinen Gang. Vielerorts lässt sich das fahrende Volk für einige Wochen nieder, um Handel zu treiben, Vorstellungen zu geben und den Trubel der Stadt zu genießen. Allabendlich locken Musik, Gesang, Tanz, Schauspiel und Gaukelei die ehrbaren Bürger. Jenen, die Zeit ihres Lebens kaum die eigene Stadtmauer verlassen, verspricht das farbenfrohe Spektakel einen Blick in fremdartige Welten, in denen das Leben leicht und ungezwungen ist. Mancher lässt sich aus seiner Hand rosiges Liebesglück ablesen, lacht über den schabernacktreibenden Harlekin, beklatscht die tollpatschigen Schritte des Tanzbären oder verliert beim Taschenspieler den Lohn einer ganzen Woche.
Dabei hat der Mirsoval eine ernste Seite, er leitet die allsommerlichen Heerzüge ein, die im Rahmen der Fehde ausgetragen werden. Die Fehde, die sogenannte kleine Reiterei, unterliegt festeren Regeln als der eigentliche Krieg, kann mitunter jedoch ganze Landstriche in Mitleidenschaft ziehen. Sie wird oft unter fadenscheinigen Gründen ausgerufen. Jeder Lehnsherr, vom Herzog bis zum Heckenritter, der seinem Nachbarn Reich- und Besitztum neidet, Ränke schmiedet und Händel sucht, ruft seine Vasallen zur Waffe. Jetzt, da die Feldarbeit einstweilen ruht, müssen sich die Hörigen wohl oder übel des Kriegshandwerks befleißigen. Zahlreiche Freie, Haudegen und Söldner, schließen sich für klingende Münze und die Aussicht auf noch größere Beute dem Aufgebot an. Unter Kordans glühender Sonne ziehen sie aus, um die Burgen missliebiger Kontrahenten zu belagern, die Städte des aufstrebenden Bürgertums zu plündern oder sich mit dem Feind im ritterlichen Kampf auf offenem Feld zu messen.
Welchem Höfling sich keine echte Schlacht bietet, der ruft zum zweitliebsten Zeitvertreib, der Jagd. Das Aufgebot dazu ist kaum weniger militärisch, und auch der Hintersinn hierbei ist es, sich im Waffenhandwerk zu üben. Dutzende Treiber scheuchen mal mehr, mal weniger gefährliches Wild auf, das von Hundemeuten und berittener Jägerschar durch Wald und Flur gehetzt wird. Wie das ganze Adelsleben ist die adelige Jagd festen Ritualen unterworfen: Zum Ende der Jagd wird auf einer Jagdtrompete aus Horn Halali geblasen, die Reiter versammeln sich um den Jagdplatz wo die Jagdstrecke aufgelegt und gemeinsam beschritten wird. Zu Ehren Zernalons, des ersten Jägers, wird das erlegte Wild mit dem Horn verblasen und die glücklichsten Jäger erhalten neben Ruhm und Ehre oft ein reichverziertes Jagdmesser. Zum Abschluss folgt der große Schmaus, der nicht nur die eingeschworene Gemeinschaft und den frohen Mut stärkt, sondern auch die Jagdabenteuer und die Zahl der Abschüsse in kaum vorstellbare Sphären hebt.
Feiertage
- Lumetis' Ruhe am 03. Mirsoval
- Tag der blutroten Sonne am 27. Mirsoval