Syrthans Wut

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An Syrthans Wut gedenken die Anhänger der Neuen Ordnung den Magiern, Gelehrten und Forschern, deren Arbeit gegen die Gesetze des Lichtes verstieß, und die dafür oftmals verfolgt und hingerichtet wurden. Die Forschung nimmt eine herausragende Stellung innerhalb der Neuen Ordnung ein, ist sie doch die Quelle immer neuer Ideen.

Geschichte

Susanne Ismail, Tochter einer wohlhabenden Familie in der Zeit Estarion Malkins, war wohlgebildet und von außergewöhnlicher Schönheit. Sie war vor kurzer Zeit ins heiratsfähige Alter eingetreten und ihre Eltern freuten sich auf einen steten Strom an Bewerbern aus reichen Familien. Sie hatten mehrere Töchter und dieser Tage sicherte ein Mann sowohl gesellschaftliche Stellung als auch Einkommen. Und sie war eine Frau, die das Ansehen eines Mannes nur erhöhen konnte, denn als Künstlerin zauberte sie mit Pinsel und Farbe Werke auf die Leinwand, die den großen Meistern ihrer Zeit mühelos das Wasser reichen konnten.

Nun dauerte eine Werbung in den damaligen Tagen gut und gerne ein halbes Jahr, und so mieteten die Eltern eine Wohnung in der nächsten Stadt, in der Susanne einquartiert wurde, und kehrten auf ihren Landsitz zurück. Mit jedem Brief erkundigten sie sich bei der Tochter, und erhielten mal längere, mal kürzere Geschichten von zahlreichen Männern.

Mit der Zeit änderten sich auch Susannes Motive. Während sie früher vorwiegend Pflanzen und Tiere auf die Leinwand gebracht hatte, versuchte sie sich nun an manchen Adeligen, teils auch Leuten aus dem einfachen Volk. Ihre Bilder entsprachen dabei gerade dem, was das Auge eben erblickt, wenn wir durch die Stadt wandern. Sie beschönigte nichts, zeichnete nur die Realität. Spötter mutmaßten, dass es ihr an der nötigen Fantasie fehle, doch sie ließ sich nicht beirren und begann zunehmend, auch die ärmeren Viertel der Stadt zu besuchen.

Über ein Jahr dauerte die Werbung schon an, und der Ton der elterlichen Briefe kühlte zunehmend ab. Mehrfach hatten sie ihre Tochter besucht und auf eine schnelle Wahl gedrängt, und so beschloss der Vater, seinem Mädchen ins Gewissen zu reden. Doch als sie in der Wohnung ankamen, war Susanne gerade auf einer ihrer Wanderschaften durch die Stadt. Ob durch Zufall oder gezielte Suche -- die Eltern entdeckten das Atelier ihrer Tochter, und was sie fanden, rief mehr als nur Erstaunen hervor.

Neben den Porträts einiger Adeliger fanden sie detaillierte Zeichnungen des menschlichen, elfischen und zwergischen Körpers. Neben äußerlichen Abbildungen, die durch ihre genauen Proportionen auffielen, war auch eine Reihe von Skizzen darunter, die weit tiefer gingen -- bis auf die Knochen. Skelette waren bis in die kleinste Einzelheit aufgezeichnet und mit Längenangaben versehen, Muskelstränge und Blutgefäße zogen sich über mehrere Seiten hin, zahllose Organe waren fein säuberlich beschrieben und von allen Seiten festgehalten.

Susanne kehrte zurück und geriet in arge Erklärungsnot. Die Suche nach einem Mann spielte keine Rolle mehr, nun ging es vielmehr darum, wie sie an jenes Wissen gekommen war. Ihrer Beteuerung, sie habe all das aus dem Kopf aufgezeichnet und es handle sich nur um ihre Gedanken, schenkten die Eltern keinen Glauben, und bald schon bekam ein Sceralspriester Wind von der Angelegenheit. Das Aufschneiden von Körpern stand bereits damals unter drakonischen Strafen, ein Tod auf dem Scheiterhaufen drohte.

Die junge Frau verschwand spurlos und tauchte erst einige Jahre später wieder auf. Sie übertrug ihren Namen in die alte Sprache. Von Susanne Ismail spricht heute keiner mehr, wohl aber von Zuyane, der Hexe des roten Mondes. Sie war Malerin, Forscherin, Gelehrte und nicht zuletzt eine äußerst fähige Magierin, die sich offen zum Glauben an Syrthan bekannte. Syrthans Wut ist nicht allein ihr Gedenktag, doch ihr Leben ist ein Paradebeispiel für ein erfülltes Leben im Dienste der Neuen Ordnung.

Zeremoniell

Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Gebet und einigen Ritualen. Anschließend findet ein Umzug statt, der mit der Opferung eines Tieres endet. Ein Festmahl beschließt die erste Hälfte des Tages, und am Nachmittag und Abend kann jeder, der neue Erkenntnisse gewonnen oder bedeutende Werke vollbracht hat, diese vor den versammelten Gästen vorstellen. Die dunkle Gemeinschaft unterhält mittlerweile ihre ganz eigene Forschung, und dies ist eine der wenigen Gelegenheiten, um sich auszutauschen und neue Ideen kennenzulernen.