Freie Geister
Als die Welt geschaffen wurde und erst langsam Ordnung das allgegenwärtige Chaos zurückdrängte, geschah etwas, das so von den Göttern nicht vorgesehen war. Die ersten denkenden Wesen entstanden, die Ordnung und Chaos in sich vereinten. Sie bleiben nie lange bei einer Seite und ziehen meist auf eigene Rechnung durch das Land, ohne sich dem Willen eines Herrschers zu unterwerfen.
Im Melun des Jahres 760 wurden im Tempel zu Yaramer acht Statuen eingeweiht, welche die acht Freien Geister symbolisieren.
Sylaphar
Sylaphar ist der Geist des Windes. Einerseits ist es ihr eine Freude, den Bauern bei der Saat zur Hand zu gehen und die Samen auf die Felder auszubringen. Aber sie kann auch verheerende Wirbelstürme entfesseln. Vor allem die Bewohner freier Ebenen bitten um ihre Gunst, kennen sie doch nur zur Genüge die Zerstörung, die Sylaphar mit sich bringen kann, wenn sie erbost ist. Der Gegenspieler des Windgeistes ist Tirkan, der all ihren Taten entgegen wirkt.
Tirkan
Der Erdgeist ist ein düsterer Geselle, der seinen Hort zu verteidigen weiß. Erzürnt man ihn, so lässt er Lawinen in die Ebenen niedergehen, Minenstollen einstürzen und das Land unter Erdbeben erzittern. Doch kann er auch hilfreich sein, so soll er zum Beispiel auch schon die Erde für einige Zwerge aufgerissen und sie zu versteckten Schätzen geführt haben. Außerdem besitzt er die Macht, Gräber zu versiegeln, so dass Untote auf ewig ruhen. Friedhofswärter, Bergleute und Steinmetze rufen ihn an, aber auch der ein oder andere Bauer erbittet Tirkans Gnade.
Umandia
Ob Regen, Gebirgsbäche oder ein riesiger See – Umandia beherrscht das Wasser in all seinen Gestalten. So bringt sie im heißen Sommer lindernden Regen, kann aber auch für Überschwemmungen und Tod sorgen. Ihr Gegenspieler ist Sarmakand, der ihre Bemühungen oft zunichte macht, sobald sie Früchte tragen. Fischer, Seeleute und Schiffer bringen Umandia Opfer dar, aber auch verschiedene andere Berufsgruppen profitieren von der Gunst des Wassergeistes.
Sarmakand
Sarmakand ist einer der Geister, denen in ganz Dunladan geopfert wird. Er wacht über das Feuer und ist eigentlich ein gutmütiger, hilfsbereiter Geselle, der jedoch oft aus übertriebener Freundlichkeit mehr Schaden als Nutzen bringt. Schon manche Schmiede brannte lichterloh, obwohl er nur das Feuer unterstützen wollte. Jedoch befiehlt er auch über Vulkane, die er willkürlich ausbrechen lässt, um sich an der Schönheit des Flammenmeeres zu ergötzen. Oft sieht man seinen Namen in die Dachbalken von Schmelzen und Schmieden eingeritzt; zusammen mit der Bitte, er möge zwar helfen, aber das Haus in Frieden lassen.
Jimane
Die Herrin der Vergänglichkeit und Öde ist vor allem in Wüstenregionen gefürchtet. Sandstürme soll er bringen, Pflanzen absterben und Oasen zu kahlem Land verkommen lassen. Aber sie bietet auch Geleit durch die Wüsten an und führt Wanderer zu kleinen, versteckten Quellen, damit sie sich von den Strapazen der Reise erholen können. Im Alter rufen viele Menschen Jimane an, ihnen noch Zeit zu lassen; andere dagegen bitten um einen schnellen Tod.
Zernalon
Der Geist der Natur ist Jimanes Gegenspieler und der wohl beliebteste freie Geist. Solange man nicht als Holzfäller oder Wilderer seine Schöpfung entweiht, ist es nicht schwer, seine Gunst zu erlangen. Er geleitet Reisende sicher durch den Wald, bietet ihnen nachts Unterschlupf unter mächtigen Bäumen und zähmt sogar Bären und Wölfe, um sie von seinen Schützlingen abzuhalten. Auch Gärtner in den Städten beten zu ihm, doch vor allem sind es Druiden und Jäger, denen er zur Seite steht.
Hryuran
Raserei und Jähzorn sind Begriffe, die entweder mit der Neuen Ordnung oder Hryuran, dem freien Geist der Besessenheit, in Verbindung gebracht werden. Zwar hilft diese Wut im Kampf selbst übermächtige Feinde das Fürchten zu lehren, doch ist es nicht selten, dass sich die Sieger – noch immer vom Kampfrausch beseelt – bei der Aufteilung der Beute gegenseitig den Schädel einschlagen. Barbaren des Nordens bringen ihm oftmals Blutopfer dar, um für die Ekstase zu danken, in welche er sie im Kampfe versetzt. Doch hat er ob seiner großen Gefahren nur wenige Anhänger.
Lumetis
Seine Gegenspielerin ist Lumetis, die als Schutzpatronin Häuser bewachen und für Ordnung, Gerechtigkeit und Frieden sorgen soll. Wachleute beten ebenso zu ihr wie Händler, die sich auf eine Reise machen sollen. Auch soll es Paladine geben, die sich nicht auf Metarian, sondern auf Lumetis berufen. Bei Bettlern und Armen dagegen ist Lumetis nicht beliebt. Man sagt ihr nach, dass ihre übertriebene Ordnung die Kluft zwischen Reichen und Armen nicht gerade verkleinern würde.